Neue Leitung bei der Evangelischen Telefonseelsorge Stuttgart

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„Die Arbeit ist faszinierend und sinnvoll“

Martina Rudolph-Zeller wird am 1. März neue Leiterin der Telefonseelsorge Stuttgart – Krischan Johannsen geht in Ruhestand



Martina Rudolph-Zeller, Foto: Martin Stollberg

Stuttgart. Ab 1. März hat die Telefonseelsorge Stuttgart eine neue Leiterin: Martina Rudolph-Zeller wird Nachfolgerin von Krischan Johannsen, der die evangelische Seelsorge-Stelle seit 2003 geleitet hat und jetzt in Ruhestand geht. Die 57-Jährige war seit 2014 Stellvertreterin von Johannsen. Neuer stellvertretender Leiter wird Stefan Jooß.

„Ich bin unglaublich gern bei der Telefonseelsorge!“ Martina Rudolph-Zeller gerät ins Schwärmen, wenn sie von ihrer Arbeit spricht: Alle Themen, die das Leben mit sich bringt, kämen hier mit den Ratsuchenden über Telefon, Chat und Mail an. „Meine Arbeit ist faszinierend und sinnvoll.“ Die Ehrenamtlichen an den Telefonen seien beglückend engagiert und wissbegierig, da mache die Arbeit große Freude. Die 136 Ehrenamtlichen würden neben der zweijährigen Grund-Ausbildung viele Fortbildungen benötigen – und auch erhalten. Die Diplom-Sozialpädagogin kann viele dieser Fortbildungen selbst anbieten: Sie hat therapeutische Ausbildungen in analytischer Paar- und Familientherapie, in Psychodrama sowie in Hypnotherapie gemacht. Das hilft ihr auch bei der Supervision, die die Ehrenamtlichen regelmäßig wahrnehmen, um belastende Gespräche besser verarbeiten zu können. Wichtig ist Martina Rudolph-Zeller, die Telefonseelsorge noch bekannter zu machen, „damit neue Ehrenamtliche zu uns finden und wir auch künftig Spenden bekommen, die wir für unsere Arbeit dringend benötigen.“ Ideen dafür hat sie: Im Februar hat sie eine Benefiz-Veranstaltungsreihe gestartet, die künftig jedes Jahr stattfinden soll. Bei der Premiere, einer Lesung des prominenten Schauspielers Joachim Król, sind am 10. Februar 450 Besucher gekommen; die Verantwortlichen der Telefonseelsorge konnten sich über Einnahmen von 6.000 Euro freuen.

 

Krischan Johannsen, Foto: Reiner Pfisterer

Die Arbeit der Telefonseelsorge bekannter zu machen und Gelder dafür einzuwerben – das war auch für Krischan Johannsen in seinen 17 Jahren bei der Telefonseelsorge wichtig. Dafür hat er zahlreiche Vorträge gehalten und Artikel veröffentlicht. „Sorgen abladen, Krisen durchstehen und Orientierung finden. Mut schöpfen, Freude lernen, Segen spüren.“ So fasst der bisherige Leiter der Telefonseelsorge deren Arbeit zusammen. Seit 2003 hat der Religionspädagoge und Gemeindediakon dazu beigetragen, die Telefonseelsorge Stuttgart zu einer der größten Einrichtungen dieser Art in Deutschland weiterzuentwickeln, zunächst als stellvertretender Leiter, ab 2009 als Leiter dieser Stelle. In die Aus- und Fortbildungen der ehrenamtlichen Mitarbeitenden konnte er seine Qualifikationen als Therapeut und Coach einbringen.

Auch seine Menschenkenntnis und sein Einfühlungsvermögen waren wichtig für seine Arbeit, ob im Gespräch mit Anrufenden oder bei der Auswahl und Begleitung der ehrenamtlich Helfenden. Seine beruflichen und persönlichen Fähigkeiten hatte Krischan Johannsen vor seiner Telefonseelsorge-Tätigkeit lange im Ausland eingebracht. Der heute 63-Jährige war von 1986 bis 1990 Leiter der Abteilung für Entwicklungsplanung und Ausbildung des „Nationalen Christenrates“ in Sierra Leone. Er baute die Abteilung dort auf und war verantwortlich für 13 Mitgliedskirchen sowie 20 angeschlossene Organisationen. Von 1991 bis 2000 war er bei den „Diensten in Übersee“ des Evangelischen Entwicklungsdienstes (EED) für die Region West- und Zentralafrika verantwortlich. Während dieser Zeit lebte und reiste er in verschiedenen afrikanischen Ländern, unter anderem auch in Krisengebieten.

 

Stefan Jooß, Foto: Armin Burkhardt

Auch die Nachfolge von Martina Rudolph-Zeller ist geregelt. Stefan Jooß wird ab 1. März die stellvertretende Leitung der Telefonseelsorge übernehmen. Der 42-Jährige hat Theologie und Philosophie studiert und war zuletzt Gemeindepfarrer in Stuttgart-Riedenberg. Vor anderthalb Jahren hat er mit einer berufsbegleitenden Ausbildung zum Focusing-Therapeuten begonnen. Bereits seit vergangenem Oktober arbeitet er bei der Telefonseelsorge und ist dafür vom kirchlichen Dienst freigestellt. Wichtig ist ihm bei seiner neuen Aufgabe die Grundhaltung der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden: „Bei der Seelsorge am Telefon versuchen wir, unseren Mitmenschen so zu begegnen, wie Jesus seinen Mitmenschen begegnet ist: offen und wertschätzend. Also nicht verurteilend, sondern mitfühlend, aufrichtig und echt. In dieser Haltung sehe ich unseren Auftrag.“

 

 

Originalseite dieser Meldung siehe: eva Stuttgart